Notizen zu vorangegangenen Terminen:

HS Mannheim
WiSe 2011/12
M. Dörrlamm

Zum Termin am 13.01.:

Zum gesellschaftlichen Umgang mit Drogenkonsumierenden in der Öffentlichkeit sind die Diskussionen in Berlin und Wien ziemlich interessant. Der Berliner Blog wurde zwar seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert, beschreibt aber in vielen Beiträgen die Auseinandersetzung um die 2009 geplante und dann auch vollzogene Schließung eines Drogenkonsumraums. In Wien geht es umgekehrt ganz aktuell um die Schaffung der Möglichkeit von Konsumräumen.
Die Diskussion um die Legalisierung von Drogen (Piraten, Die Linke) ist nicht erst in diesem Jahrhundert aufgetaucht. Wie sich in der ZEIT nachlesen lässt, gab es entsprechende Ansätze auch 1969 in Bezug auf Cannabis. Allgemeiner tauchten sie im letzten Jahrhundert z.B. 1971, 1988, 1992, noch mal 1992, 1993 und 1995 auf. Auch jenseits von Parteien wurde sie z.B. 2009 von der ZEIT thematisiert.

Zum Termin am 16.12.:

Aus terminlichen Gründen wird die Veranstaltung zwei Schwerpunkte haben: auf der einen Seite der Bereich "Drogen und Migration". Hinweise zu der besonderen Problemlage finden sich z.B. auf der Seite der Therapieeinrichtung dönüs in Nürnberg. Andererseits wird es um die Rolle und Bedeutung der Medizin in der Arbeit mit Drogen konsumierenden Menschen gehen. Ein besonders deutliches Beispiel findet sich in der Substitutionsbehandlung mit synthetischem Heroin. Informationen hierzu bietet vor allem die Seite zur Medikamentenstudie, die die Voraussetzung für die Legalisierung im vorletzten Jahr geschaffen hat. Kritisch mit der Rolle der Mediziner in diesem Bereich setzen sich z.B. Schneider und Gerlach auseinander.

Zum Termin am 25.11.:

Bei dem Termin soll es vor allem um einen Einblick in die Straßenszene und den Besuch des größten Drogenkonsumraums in Frankfurt gehen. Der Konsumraum "Niddastraße" wird von der Integrativen Drogenhilfe (idh) betrieben, die vor einigen Wochen ihr 25-jähriges Bestehen feiern konnte. Nach einer Erklärung zur Situation rund um den Frankfurter Bahnhof wird ein Kollege von der idh deren Arbeit vor Ort darstellen und für Fragen zur Verfügung stehen. In kleineren Gruppen werden wir dann auch den eigentlichen Konsumraum besichtigen können.

Eine "Mittagspause" soll dann individuell oder in Kleinstgruppen Gelegenheit zum Kennenlernen der Umgebung bieten. Inwieweit dieser Teil erfolgreich wird, hängt sowohl von Zufällen (z.B. Polizeiaufkommen) als auch Interesse und Aufmerksamkeit Ihrerseits ab. Ziel ist es, die in der Pause gemachten Erfahrungen im Anschluß in der Gruppe zu kommunizieren und zu reflektieren.

Zum Termin am 18.11.:
Bei dem Termin soll es vor allem um die Arbeitssituation auf der Straße gehen. Dabei spielt die Balance zwischen Nähe und Distanz eine besondere Rolle, aber auch die Unmöglichkeit, nicht zu handeln, und die besonderen Rahmenbedingungen (Gleichzeitigkeit, Hektik, Streß, Lärm). Insofern verlangt dieses Arbeitsfeld eigentlich eine ausgesprochen intensive Auseinandersetzung mit den Arbeitsbedingungen und -möglichkeiten.
Mit dem Begriff von der "professionellen Nähe" haben wir in der Praxis versucht, uns mit diesen Bedingungen auseinanderzusetzen, was auch zu einem Artikel in der Zeitschrift Widersprüche geführt hat.
Einleitung und Inhaltsverzeichnis der in der letzten Veranstaltung erwähnten Kritik aus dem letzten Jahrhundert (Peter Sayer, 1986: Klientenprobleme nicht gefragt) finden Sie hier.

Zum Termin am 04.11.:
Bei dem Termin soll es um einen Überblick über die Angebote der niedrigschwelligen Drogenhilfe gehen. Indem die "Zugangsschwellen" möglichst niedrig gehalten werden, sollen durch entsprechende Einrichtungen auch Konsumierende harter Drogen erreicht werden, die nicht in der Lage oder willens sind, andere Angebote von sich aus aufzusuchen.
Einige Beispiele bietet der Mannheimer Drogenverein. In Frankfurt werden die Drogenhilfeangebote vom städtischen Drogenreferat koordiniert. Auf deren Seite findet sich auch ein Überblick über das dortige Hilfesystem.
Einleitung und Inhaltsverzeichnis der in der Veranstaltung erwähnten Kritik aus dem letzten Jahrhundert (Peter Sayer, 1986: Klientenprobleme nicht gefragt) finden Sie hier.

Zum Termin vom 21.10:
Zur Einleitung werden in der kommenden Veranstaltung zwei Studierende die Lebensgeschichte bzw. -situation eines Bekannten schildern, der unter anderem auch Kokain und Heroin konsumiert (hat). Da es vorrangig um die Lebenssituation auf der Straße gehen soll, hier noch kleine Ausschnitte aus einem Buch von Ingrid Strobl, die sehr einfühlsame und verständige Interviews auf dem Sraßenstrich geführt hat. Unter Umständen wird es auch noch einen kurzen Film zur Lebenssituation auf der Straße geben.
Ingrid Strobl (2006): Es macht die Seele kaputt. Junkiefrauen auf dem Strich. Berlin

Zum Termin vom 07.10:
Fast jedeR von uns hat eine Vorstellung davon, was Sucht ist oder warum bestimmte Stoffe als Drogen bezeichnet werden. In der Veranstaltung soll es sowohl um die Wirkung der in der Straßendrogenszene verwedeten Substanzen, als auch um die gesellschaftliche Konstituierung von Substanzen als legale oder illegale Drogen gehen. Was machen die Stoffe, was machen die Menschen, wie gelingt ein vernünftiger Umgang damit?

Text zum Termin am 07.10
Eine Menge Hinweise finden sich bei Henning Schmidt-Semisch, der sich oft und ausgiebig mit dem Suchtbegriff auseinandersetzt. Besonders prägnant in den beiden Texten:

Zum Termin vom 30.09:
Zur praktischen Arbeit im Frankfurter Bahnhofsviertel finden sich diverse Hinweise auf der Website www.doerrlamm.de. Sie werden hier im Laufe des Semesters auch noch weiter ergänzt. Die Themenplanung finden Sie hier.

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